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360° Photography

Der Aufschwung von 3D Modellen während der Pandemie

Die 360° Fotografie und Videografie haben in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht. Mittlerweile haben Kameras wie die ONE X2 den Consumer-Markt erobert und sind besonders für Action- und Freizeit-Aufnahmen beliebt. Dass mit diesen Kameras und mit Softwarelösungen, wie zum Beispiel von Matterport, mit wenig Aufwand und geringen Kosten eindrückliche 3D Modelle von Räumen und Gebäuden gemacht werden können, ist jedoch noch nicht so verbreitet.

Für Schadensaufnahmen durch Versicherungen, die Erstellung von Bauplänen und für die Dokumentation von Restaurationen wurden diese Möglichkeiten schon lange genutzt. Durch die Einschränkungen während der Covid-Pandemie in den letzten Monaten gewannen sie auch in anderen Bereichen grossen Aufschwung: im Immobilienmarkt werden Miet- oder Kaufobjekte vermehrt in virtuellen Besichtigungen an den Kunden gebracht, Ausstellungen und Museen laden Besucher zu Onlineführungen ein und der Einzelhandel versucht, das Verkaufserlebnis im Laden mit Einbindung dieser 3D Modelle im Onlineshop zu verbessern. Auch die Reisebranche macht mit: Feriendestinationen und Hotels können mithilfe von 360° Ansichten ausgesucht werden.

In Kombination mit VR Brillen und gegebenenfalls durch 3D Aufnahme kann somit ein sehr realistisches Erlebnis erstellt werden.

Ich bin überzeugt, dass auch nach der Normalisierung in der Post-Covid-Ära diese Technologien, unterstützt durch die Umstellung auf das 5G Netz und die Verbreitung von erschwinglichen, hochauflösenden, kabellosen und bequemen VR Brillen immer grösseren Einfluss auf unser Leben nehmen werden.

Ich stelle gerne als Beispiel zwei Ausstellungen vor, die ich mit dieser Technik erstellt habe. Als Kamera habe ich eine Inst360 ONE R mit einer relativ geringen Auflösung verglichen zu den professionellen Geräten benutzt. Die ist auch deutlich kostengünstiger. Erstellt habe ich das 3D Modell mit der Software von Matterport.

Die Bildqualität ist für Smartphones und Tablets meiner Meinung nach ausreichend; sobald es auf Desktop angeschaut wird, sind die Schwächen jedoch ersichtlich. Da die 3D Modelle nur einen Eindruck der Räume vermitteln und die Stimmung und die Atmosphäre übertragen sollen, ist das vertretbar. Wichtig ist, dass bei der Begehung interaktive Elemente vorhanden sind, um den Besucher für eine Fortsetzten der Besichtigung zu motivieren. Es können Bilder, Texte, Videos und Audiodateien verlinkt werden.

Ich hoffe, dass in Zukunft auch Softwarelösungen erhältlich sind, die nicht plattformabhängig sind (Matterport ist nur als Abo erhältlich und die Daten sind auf dessen Server gespeichert, man ist also sehr gebunden) und weitere Gestaltungsmöglichkeiten erlauben.

Für die Galleria Consarc habe ich die Ausstellungsräume kurz vor Eröffnung fotografiert, das Modell erstellt und mit Links und Informationen versehen. Einen Tag nach der Eröffnung wurden im Tessin härtere Covid-Massnahmen eingeführt, womit die Möglichkeit, die Galerie online zu besuchen, den Interessierten eine Alternative zum Besuch vor Ort geboten hat. Nicht zu unterschätzen ist auch der Vorteil, dass man nicht mehr ortsgebunden ist und weltweit werben kann.

Für eine Austellung im Atelier meiner Mutter in Riva San Vitale habe ich folgendes 3D Modell erstellt. Die Räumlichkeiten verteilen sich auf mehrere Stockwerke in einem alten, sehr verwinkeltem Tessinerhaus, was das Begehungserlebnis intensiviert. Auch hier wurden Bilder und Text integriert und das Modell in eine Website eingebunden, um dem Besucher auch die Möglichkeit zu geben, konventionell zu navigieren.

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